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WIEDER EINER MIT «G»

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Wer Durst nach deutscher Literatur hat, muss nur das «t» weglassen, und schon ist er bei Durs Grünbein. Der Autor veröffentlicht jährlich Gedichtbände und gilt den deutschen Kritikern als wichtigster Vertreter der Generation der 30-40-jährigen. Natürlich spielt bei ihm die politische Situation in Deutschland eine Rolle. Schließlich gehört er zu denjenigen, die bewusst zwei Systeme, die DDR, aus der er stammt, und nun die Bundesrepublik, miterlebt haben, mit allem Glück und allen Aporien. Seit 1990 nimmt man in Deutschland wieder das Attribut «national» in die Feder, und so wagte die Journalistin Katharina Döbler die These, Grünbein sei «der derzeit tauglichste Anwärter auf das Amt des deutschen Nationaldichters». Eine Anspielung natürlich auf Goethe, den großen Alten, auch mit «G».

Was verbindet die beiden? Es ist die Fähigkeit, alle Bereiche des Lebens in die Beobachtung zu heben. Nichts wäre es nicht wert, betrachtet zu werden. Und dieser Reichtum der Themen wird bei beiden in unterschiedliche Facon gebracht, Goethe-Grünbein beherrscht souverän die Genres von Gedicht, Essay, Prosa. Genau wie Goethe, interessiert Grünbein sich auch für Grenzbereiche poetischen Schaffens, engagiert sich gesellschaftlich, z.B. mit der poetischen Gestaltung einer intellektuellen Museumsausstellung in Dresden, «Kosmos im Gehirn». Hier schuf Grünbein assoziative Spannungsfelder, die, ähnlich wie bei Goethe, gern

Fünfmal Stillen täglich, — wie sie wächst. Horch, man kann es knistern hören, Sieht Bikini schon und Straps und Strumpf. Hier ein Fältchen zeigt sich, da ein Klecks Zarter Haut. Man möchte schwören: Bald steigt Galatea aus dem kleinen Rumpf. Schlank, im Handumdrehn, wird dieser Arm, Wie gemacht zum Abschiedwinken. Dreht sie sich dem Licht zu, pflanzenhaft, Ist das Mädchen schon in Sicht, sein Charme Schlafen muß sie, noch viel trinken, Bis der erste Unhold nach ihr gafft.


mit antikem Repertoire spielen oder prahlen. Diese Kenntnis der Klassik verbindet die beiden «G» der deutschen Literatur, ebenso wie die Liebe zum generativen Leben. Waren es bei Goethe eher die zarten erotischen Impulse, die er bis ins Alter, als er fast dreimal so alt war wie Grünbein heute, ausspielte, so ist für Grünbein bezeichnend, dass er zuletzt einen Band ohne große Antiken-Prahlerei, dafür aber mit der Beschreibung seiner winzigen Tochter auslieferte («Una storia vera, ein Kinderalbum in Versen», 2002). Einen Band mit Betrachtungen zum Thema «Friedhöfe und Sterben» hat Grünbein ja schon hinter sich.

Hier finden wir also einen Unterschied, Grünbein scheint näher am Leben als Goethe, und deshalb musste der neue «Nationaldichter» natürlich, nachdem der Bundestag dorthin umgezogen war, nach Berlin, um dort sein vielbeachtetes Tagebuch «Das erste Jahr» zu notieren, welches die Befindlichkeiten in der Berliner Republik gut wiedergibt. Goethe hingegen blieb ja bekanntlich in seinem Weimar und missachtete den Aufstieg des ungeliebten Preußens mit der Hauptstadt Berlin.

Überzeugen Sie sich mit dem anschließenden Gedicht von der Qualität Grünbeins, von dem Sie bestimmt noch viel hören werden, er ist ja noch so jung. Übrigens, welche anderen «G» der deutschen Literaturgeschichte fallen Ihnen ein?

Willkommen im Klub, im Literaturklub!

Endlich wissen die Deutschen, wie man einen gebildeten Menschen von einem Barbaren unterscheidet. Marcel Reich-Ranicki, der einflussreichste Literaturkritiker Deutschlands, hat es ihnen gesagt: Man nehme seinen Kanon deutscher Literatur und prüfe ehrlich, ob man auch wirklich alle dort angeführten 20 besten deutschen Romane aller Zeiten gelesen hat. Na gut, seien wir nicht so: es zählt auch, wenn man so ungefähr weiß, worum es in diesen Romanen geht. Beim Anfang der Liste kann wohl jeder mithalten, denn ein bisschen Goethe, Thomas Mann und Fontäne musste ja jeder in der Schule lesen. Und zu Hesse und Kafka hat wohl auch schon jeder irgendwann einmal gegriffen. Schwieriger wird es schon bei Döblin, Musil, Keller und Bernhard. Ganz peinlich wird es aber, wenn man noch nicht einmal den Namen der ach-so-bedeutenden-Autoren gehört hat. Reich-Ranicki will diese Peinlichkeiten fortsetzen und im nächsten Jahr die nächsten Listen vorlegen mit den 20 besten deutschen Erzählungen, Dramen, Gedichten und Essays. Dann gäbe es nach mehreren Jahrzehnten das erste Mal wieder einen (halboffiziellen) Kanon deutscher Literatur — ein hehres Ziel, doch natürlich begann sofort im deutschen Feuilleton das Geschrei über den Urheber des Kanons und seine sehr subjektiven Auswahlkriterien.

Dabei will doch Reich-Ranicki nur unser Bestes. Angesichts von 80.000 Neuerscheinungen auf dem deutschen Büchermarkt will er den orientierungslosen und hoffnungslos überforderten Leser an die Hand nehmen und durch das unüberschaubar gewordene Labyrinth der Klassiker und Neuerscheinungen führen.

Zwar kann sich der neu gegründete Literaturklub nicht auf solche Berühmtheiten berufen, aber er will sich in eine ähnliche Richtungbewegen. Als Fundgrube dient ihm der Goethe-Lesesaal in der Gebietsbibliothek mit all seinen Klassikern und Neuheiten. Alle zwei Wochen soll gelesen und diskutiert werden: über Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt, über zu Unrecht vergessene Autorinnen insbesondere des 20. Jahrhunderts, über verkannte Klassiker, über persönliche Lesevorlieben, über Geheimtipps und Kultautorinnen, über leichte und schwer verdauliche Kost. An neuer deutscher Literatur Interessierte sind immer willkommen. Das nächste Treffen findet am 20.Dezember statt. Weitere Informationen unter: 23 99 57.

Kurt Wolff, ein berühmter deutscher Verleger, hat einmal gesagt: «Man verlegt entweder Bücher, von denen man meint, die Leute sollen sie lesen, oder Bücher, von denen man meint, die Leute wollen sie lesen.»

Annette Gilbert, DAAD-Lektorin

 


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